Nowruz - Das persische Neujahrsfest

Frühlingsanfang

Gestern haben wir das persische Neujahrsfest gefeiert. Es ist das bedeutendste Fest im Iran, ähnlich unserem Weihnachts- oder Osterfest. Durch das herrliche Wetter ist es ein besonders schöner Jahresanfang geworden. Möge es trotz der traurigen globalen Nachrichten ein glückliches, gesundes und friedliches Jahr für alle Menschen werden.

Das Frühlings- und Neujahrsfest Nowruz wird von allen iranischen Völkern unabhängig von der jeweiligen religiösen Zugehörigkeit gefeiert. Es ist eines der ältesten Feste des iranischen Kulturraums und wird seit mehr als 2500 Jahren begangen. Das Neujahr beginnt exakt zur Tag- und Nachtgleiche und wird entsprechend für jedes Jahr neu berechnet.

Das Wort Nowruz stammt aus dem Pahlawi und bedeutet "der neue Tag". Als "Fest der Gemeinschaft und des Lebens" markiert es den Sieg des Lichtes über die Finsternis, des Guten über das Böse, des Frühlings über den Winter.

Den Jahreswechsel kündet Hadschi Firuz an, eine Art Troubadour, der bekleidet mit roten Kleidern und mit schwarz geschminktem Gesicht vor allem in den Städten auftritt. Er erscheint zum Höhepunkt der Feierlichkeiten und verkündet mit seiner Musik den Beginn des Frühlings und des neuen Jahres.

Wichtiger Bestandteil der Nowruz-Bräuche ist das Neujahrsspeisetuch Haft Sin.

  • Sabze (Weizensprossen)
  • Samanu (ein süßer Weizenbrei)
  • Sir (Knoblauch)
  • Serkeh (Essig)
  • Somagh (ein bestimmtes Gewürz)
  • Sib (Apfel)
  • Sandjed (Dattelbeeren)

Das sind alles Symbole der Erneuerung, der Schöpfung und der Gesundheit. Neben diese sieben Elementen werden eine Hyazinthe (Sonbol) und Sipand (Weihrauch) auf das Tuch gelegt. Die muslimischen Familien legen außerdem einen Koran auf das Tuch, die Christen eine Bibel und die Angehörigen der Zarathustrischen Religion ein Awesta. Zusätzlich wird ein Spiegel aufgestellt.

Trockenfrüchte und Nüsse dürfen auf keiner persischen Gästetafel fehlen

Trockenfrüchte und Nüsse dürfen auf keiner persischen Gästetafel fehlen

Am Nowruztag sitzt die Familie zusammen, freut sich, tanzt, lacht und isst Trockenfrüchte, Nüsse und persische Plätzchen zum Tee. Die Krönung des Tages ist ein opulentes persisches Essen mit köstlichem Reis und vielen Kräutern, Hülsenfrüchten, Berberitzen, Pflaumen oder anderen Trockenfrüchten. An den darauffolgenden Tagen besuchen sich die Familien gegenseitig. Wo man hinkommt  wird viel gegessen und getrunken. Da gerät man als Christ schon mal in Konflikt mit der Fastenzeit.

Seit dem 10. Mai 2010 ist Nowruz auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Nowruz -Tag anerkannt. Die Generalversammlung stellte in ihrer Erklärung fest, dass „Nowruz ein Frühlingsfest ist, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird“. Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Nowruz-Tag in die Liste des Menschheitskulturerbes bzw. als UNESCO-Welterbe aufgenommen.

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