Unternehmerinnen-Frühstück auf einem westfälischen Wasserschloss

Einfahrt in den Schlosshof von Haus Merck Einfahrt in den Schlosshof von Haus Merck

Das Schöne an der Selbstständigkeit ist, dass man aufgrund freier Zeiteinteilung manchmal so nette Termine wahrnehmen kann, wie wir über 50 Frauen des Unternehmerinnen-Netzwerkes „Frauen u(U)nternehmen“ das letzte Woche getan haben.

Frauen-Netzwerken in besonderem Ambiente

Wir waren mal wieder zu einem Unternehmerinnen-Frühstück eingeladen. Diese Treffen gestalten sich immer als sehr anregend und gesellig. Wir sind mehrmals im Jahr zu Gast in verschiedenen Unternehmen, in der Regel von Frauen aus unserem Netzwerk und tauschen uns beim Frühstücken aus. Gleichzeitig lernen wir das Unternehmen kennen. So bekommen wir auf lockere Weise Einblick in die unterschiedlichsten Branchen.

Letzte Woche folgten wir der vielversprechenden Einladung einer Baronin auf ihr westfälisches Wasserschloss. Die Clubfrauen Ricarda von Diepenbroick-Grüter und Ihre Unternehmenspartnerin Edith Plegge luden zum Frühstück.

Der Tag begann vielversprechend. Das Wetter war traumhaft und schon die Anreise versetzte uns in Urlaubsstimmung. Das Wasserschloss „Haus Marck“ liegt wunderschön eingebettet in das Naturschutzgebiet „Talaue Haus Marck“. Hier trifft der Teutoburger Wald mit seinen wunderschönen Bärlauch-Buchenwäldern auf eine sehr reizvolle naturbelassene Auenlandschaft. Ich erinnerte mich an meine Studienzeit. Denn einige unserer ökologischen Exkursionen führten in diese liebliche Gegend.

von links: Ilona Tertilt, Martina Czwojdzinski, Dagmar Merfort, Edith Plegge, Ricarda v. Diepenbroick-Grüter, Gaby Kahlert, Sarah Held, Dorothea Linnenbrink von links: Ilona Tertilt, Martina Czwojdzinski, Dagmar Merfort, Edith Plegge, Gaby Kahlert, Ricarda v. Diepenbroick-Grüter, Sarah Held, Dorothea Linnenbrink

50 Frauen aus dem Münsterland tauschen sich aus

Als wir in den Schlosshof eintraten, fühlten wir uns in eine andere Zeit versetzt. Die sympathischen Gastgeberinnen führten uns durch die mittelalterlichen Räume des Guts, welches inzwischen auch das Standesamt der Stadt Tecklenburg beherbergt. Die Blicke der Ahnen folgten uns und der Duft von alten Bildern und Kaminholz erfüllte die großzügigen Räume.

Als die über 50 Clubfrauen von Frauen u(U)nternehmen vollzählig waren, durfte das üppige Frühstücksbuffet  eröffnet werden. Ich hatte das Glück meinen Kaffee auf dem Schlossbalkon direkt am Wasser einnehmen zu können. An diesem idyllischen Fleckchen machte das Netzwerken besonders viel Spaß. Alle Frauen hatten gute Laune und es wurde viel gelacht.

Unternehmerinnen-Frühstück auf Haus Merck, Gräftenblick Unternehmerinnen-Frühstück auf Haus Merck, Gräftenblick

Ein Wasserschloss mit Herz geführt

Nach dem ausgiebigen Frühstück stellten die Gastgeberinnen sich und ihre Arbeit im Festsaal des Schlosses vor. Ricarda von Diepenbroick-Grüter berichtete über die Geschichte von Haus Marck sowie über Ihre vielfältigen Aufgaben als „Schlossherrin“ und Ihre Geschäftspartnerin Edith Plegge gab einen Einblick in die gemeinsame Firma „Stilgenau und Wortgewandt“.

So erfuhren wir u.a., dass Haus Marck im Westfälischen Frieden eine wichtige Rolle zukam. 1643 fanden hier die Vorverhandlungen statt, bevor im Oktober 1648 in Münster und Osnabrück die Friedensverträge geschlossen wurden. Die von Horns und von Holles waren zunächst die Schlossherren. Seit 1590  ist die original erhaltene Barockanlage jedoch im Besitz der Familie v. Diepenbroick. 1804 heiratete der Herr von Grüter in die Familie ein und so entstand der Doppelname.

Dass so ein Anwesen wie Haus Marck einer besonderen Betreuung und Pflege bedarf, kann sich sicher jeder denken, aber dass der Unterhalt des Anwesens mindestens 60.000 € im Jahr verschlingt, hätte wohl kaum jemand geahnt. Allein der Fensterputzer bekomme für alle Fenster jedes Mal 600 €, erläuterte Ricarda von Diepenbroick-Grüter. Restaurationsarbeiten, die Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen, die Vermietung und Renovierung verschiedener Immobilien sowie die Organisation von repräsentativen Veranstaltungen sind nur einige der Aufgaben, die Ricarda mit ihrem kleinen Team zu bewältigen hat.

Aber der gelernten Kulturwissenschaftlerin merkt man die Freude an Ihrer Arbeit an. Sie identifiziert sich mit der Geschichte des Anwesens und ihrer Vorfahren. Daher liegt es ihr am Herzen, dieses Kulturgut auch zu erhalten.

Vortrag über das Wasserschloss und Tischsitten im Rittersaal Vortrag über das Wasserschloss und Tischsitten im Rittersaal

Was ziemt sich und was frau lieber lassen sollte

Seit zwei Jahren, so Edith Plegge, ist Haus Marck Firmensitz der gemeinsamen Firma „Stilgenau und Wortgewandt“. Die beiden Kommunikationstrainerinnen Ricarda v. Diepenbroick und Edith Plegge vermitteln hier nicht nur, was sich ziemt. Ihr Angebot umfasst Seminare und Vorträge zu den Themen Moderne Umgangsformen, Rhetorik oder Persönlichkeitsentwicklung. Besonders beliebt sind die moderierten Knigge-Dinner.

Die Ausführungen der zwei Frauen waren sehr spannend und aufschlussreich. Den krönenden Abschluss bildete ein Knigge-Quiz.  Wo steht die Tasche einer Frau bei einem Business-Dinner oder was beinhaltet die Bestecksprache? Diese Fragen sollten die Zuhörerinnen beantworten. Dabei stellte sich heraus, dass noch so manch eine Frau eine Knigge-Nachhilfe gebrauchen kann. Ich schließe mich dabei nicht aus ;)

Besonders viel Lacher erntete die letzte Frage: Was versteht man unter Proletenbesteck?
Die Antwort: Das neben dem Gedeck ausgebreitete Portemonnaie und Handy eines Mannes ;-)

Gut gelaunt starteten wir alle nach dieser schönen Veranstaltung in den Arbeitstag.

Ein herzliches Dankeschön an die Gastgeberinnen :-)

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