5-Elemente-Ernährung im Überblick

Sabine Vaaßen - bauchgefühlt
TCM Fünf-Elemente-Ernährungsberatung Münster

Sabine Vaaßen und die 5-Elemente-Ernährung hatte ich bereits Ende Mai vorgestellt, in dem Artikel 5-Elemente-Ernährung – auch für Westfalen!? Damals hatte ich versprochen, dass wir das spannende Thema noch vertiefen werden. Sabine Vaaßen hat ihr Spezialgebiet nun auch für unseren Nussblog anschaulich aufbereitet. Selbst wenn Sie die 5-Elemente-Ernährung nicht zu 100 Prozent umsetzen möchten, so gibt es doch viele schöne Anregungen.

1. Hintergrund und Bedeutung der 5 Elemente

Die ältesten und natürlichsten Geschmacksverstärker der Welt!

Die Ernährung nach den 5 Elementen ist kein neuer Ernährungstrend oder eine kurzlebige Mode-Diät. Sie beruht auf dem Erfahrungsschatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einer seit über 3000 Jahren bewährten Gesundheitslehre, die uns im Westen heutzutage weitgehend geläufig ist durch ganzheitliche Heilverfahren wie beispielsweise Akupunktur, Kräutertherapie sowie Bewegungs- und Atempraktiken wie Qi Gong oder Taichi.

Und ebenso stellt die Ernährung eine ganz wichtige Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin dar!

Die Chinesen haben durch intensives und sensibles Beobachten ein tiefgreifendes Verständnis für die Wirkung der einzelnen Nahrungsmittel auf unseren gesamten Organismus (Körper und Geist) entwickelt. Dabei gehen sie davon aus, dass unsere Nahrung – ganz im hippokratischen Sinne – unsere Medizin sein soll. Die für jeden Menschen individuell „passende“ Nahrung (denn jeder Mensch is(s)t anders!) gilt aber nicht nur im Krankheitsfall als heilsames und stärkendes Therapeutikum, sondern ist auch ein wichtiges Präventionsmittel zur Gesunderhaltung. Wir dürfen uns also Tag für Tag mit köstlichen Speisen genussvoll gesund essen – was für eine wunderschöne und positive Sicht auf das für viele Menschen stressbehaftete Thema „Essen“!

Da wir hier aber nicht in China leben, war es natürlich nötig, die althergebrachten chinesischen Erkenntnisse über die Wirkung und Bekömmlichkeit der Nahrungsmittel auf unsere mitteleuropäische Küche zu übertragen - also auf unsere heimischen regionalen Nahrungsmittel und unsere heutigen Bedürfnisse. Denn es bringt uns nichts, wenn die Chinesen Wasserkastanien empfehlen, diese in unseren Breitengraden aber naturgemäß nicht vorkommen. Genau diesen Transfer hat die Fünf-Elemente-Lehre vollzogen!

Es geht also nicht darum, dass man Chinesisch kochen und essen muss, wenn man sich im Sinne der 5 Elemente ernähren möchte!

 

Was sind nun die namensgebenden 5 Elemente?

Die 5 Elemente – auch 5 Wandlungsphasen genannt – sind:

Holz - Feuer - Erde - Metall - Wasser

Diese 5 Wandlungsphasen sind ein Kernstück der Chinesischen Medizin.

Jedem Element werden u.a. ein Geschmack, eine Farbe, eine Jahreszeit und ein Organpaar zugeordnet:

 

HOLZ: Saurer Geschmack, Farbe Grün, Jahreszeit Frühling, Leber und Gallenblase

Beispiel: Zitronensaft, Petersilie, Kapstachelbeere  (Physalis), Kiwi, Sauerkirsche, Cranberries, Berberitzen

FEUER:  Bitterer Geschmack, Farbe Rot, Jahreszeit Sommer, Herz und Dünndarm

Beispiel: Radicchio, Paprikapulver edelsüß, Spargel, Gojibeere, Kumquats

ERDE: (Mild-)Süßer Geschmack, Farbe Gelb, Jahreszeit Spätsommer, Milz und Magen

Beispiel: Mandeln, Honig, Getreide, die meisten Nuss-Sorten (Walnuss, Haselnuss, Cashewkern...), süße Trockenfrüchte, wie Aprikosen, Feigen, Datteln, Papaya, Rosinen

METALL: Scharfer Geschmack, Farbe Weiß, Jahreszeit Herbst, Lunge und Dickdarm

Beispiel: Ingwer (auch kandierter Ingwer), Rettich, Lauch, Wasabinüsse

WASSER: Salziger Geschmack, Farbe Schwarz, Jahreszeit Winter, Blase und Nieren

Beispiel: Meersalz, Algen, Fisch, Kichererbsen und gesalzene Nüsse

 

Was bedeutet das für die praktische Anwendung in Ihrer Küche?

Versuchen Sie mal, ganz bewusst jeweils alle fünf Geschmacksrichtungen (süß, scharf, salzig, sauer und bitter) in einer Mahlzeit zu verwenden!

Nehmen Sie dazu keine Listen zur Hand; hören Sie auf Ihren eigenen Geschmackssinn, seien Sie kreativ, experimentieren Sie mit verschiedenen Gewürzen, probieren Sie Neues aus und achten Sie dabei mal wieder ganz genau auf Ihre Sinne: Wie schmeckt eigentlich dieses Gewürz oder diese Frucht, die ich da gerade esse? Ist sie süß, oder schmeckt sie eher sauer oder bitter, oder vielleicht sogar alles auf einmal…?

So wird Kochen und Essen einerseits wieder zu einem sinnlichen und genussvollen Erlebnis, denn Sie werden Sie feststellen, dass jede Speise ganz „rund“ und köstlich schmeckt – die 5 Elemente wirken nämlich wie ein natürlicher Geschmacksverstärker! Und andererseits nähren Sie alle Organe des Körpers, denn jeder Geschmack „reist“ zu einem bestimmten Organ und stärkt dessen Funktionen. Nebenbei wird das Essen durch die Vielfalt an Aromen auch noch wunderbar bekömmlich.

Und darum geht es doch beim Essen: Wir wollen unseren Körper, unsere Gesundheit durch unsere Nahrung genussvoll stärken!

Im Rahmen einer Ernährungsberatung werden überdies gezielte Nahrungsmittel empfohlen, die speziell auf Ihre individuelle Konstitution zugeschnitten sind und diese spürbar positiv beeinflussen.

 

Demnächst folgen von Sabine Vaaßen (www.bauchgefuehlt.de)                                   

2. Die „thermische Wirkung“ unserer Nahrungsmittel – von heißen Chilischoten und kalten Wassermelonen oder: Jeder Mensch is(s)t anders!

3. Das Stärken der Mitte: Ohne Verdauungs-Feuer keine Energie!

2 Gedanken zu „5-Elemente-Ernährung im Überblick“

Hinterlasse eine Antwort