Trockenfrüchte als Kunstobjekt

Martin Kreuels betrachtet Trockenfrüchte und Nüsse aus einer anderen Perspektive

 

Trockenfrüchte und Nüsse schön zu fotografieren, das scheint für viele Fotografen eine echte Herausforderung zu sein. Diese Erfahrung machte Dorothea Linnenbrink vom Marktstand und Onlineshop Jalall D’or. Vor 2 Jahren suchte sie für Ihren Onlineshop einen Fotografen, der ihre Produkte, Trockenfrüchte und Nüsse aus aller Welt, fotografieren sollte. „Das war gar nicht so einfach“, so die Unternehmerin aus Münster, „waren viele Fotografen doch zunächst skeptisch, als ich sie danach fragte. Insbesondere Trockenfrüchte sähen ja nicht appetitlich aus, so trocken halt und auch von ihrer Farbe nicht so schön knallig, wie frisches Obst. Sie schlugen mir vor, lieber frisches Obst zu fotografieren.“ Dorothea Linnenbrink selber war nicht dieser Ansicht, fand es nicht authentisch und war überzeugt von der Schönheit ihrer Produkte.

Trockenfrüchte und Nüsse als Kunstobjekt Trockenfrüchte und Nüsse als Kunstobjekt

 

Umso mehr freute sie sich, schließlich Katharina zu treffen, eine junge Designerin, die ebenfalls beeindruckt von der Formen- und Farbenvielfalt der Trockenfrüchte und Nüsse war. Sie bekam schließlich den Auftrag, die Fotos für den Shop zu machen. Mit viel Liebe und Leidenschaft hat sie es geschafft jeder Trockenfrucht und jeder Nuss einen eigenen Charakter einzuhauchen.
Mitte 2009 kam wieder ein Fotograf an den Marktstand von Jalall D’or auf dem Wochenmarkt in Münster, der auf der Suche nach was ganz „Schrägem“ war. Er suchte nach Motiven für eine Ausstellung. Da er Jalall D’or und das ausgefallene Sortiment des Trockenfrucht-Nuss-Spezialisten bereits kannte, fielen ihm auf seinem Gang über den Markt Trockenfrüchte und Nüsse ein. Fasziniert von ihrer Form und Struktur deckte er sich gleich ein, mit getrockneten Ananas, Feigen, Kiwis, Kumquats und Walnüssen. Er ging sogar so weit, sie in schwarz-weiß zu fotografieren.

Über ein halbes Jahr später, im April 2010, fand schließlich die Ausstellung „Andere Welten“ in Nienberge bei Münster statt. Das Ergebnis war für Dorothea Linnenbrink und Ihren persischen Ehemann Jalalledin Eshaghi beeindruckend: „Die Trockenfrüchte und Nüsse waren nicht wieder zu erkennen“, so das persisch-westfälische Paar. „Durch die Reduzierung der Farben, durch die Nähe und den begrenzten Ausschnitt bekommt der Betrachter einen ganz neuen Eindruck von der getrockneten Ananas oder der Kiwi. Die Struktur tritt in den Vordergrund. Sie erscheinen wie eine Landschaft oder ein abstraktes Kunstwerk.“
Der Fotograf und Künstler ist Martin Kreuels. Er selber sagt über seine Werke: „Das Spannende für mich ist, dass Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Augen betrachtet, ein ganz neues Gesicht bekommen können. Das, was der eine als hässlich empfindet, ist für den anderen wunderschön. Mit den Bildern der Trockenfrüchte und Nüsse lassen sich vielfältige Assoziationen wecken.“

Ursprünglich promovierter Biologe und Spinnenexperte verlegte Martin Kreuels seinen beruflichen Schwerpunkt nach dem Tod seiner Frau im Herbst 2009 auf die Fotografie. Einer seiner Schwerpunkte ist seitdem auch die Verstorbenfotografie.

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