Michael Kestin – Ideenprovokateur und Fonograf

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Ich sehe in Bildern und denke in Geschichten.

Michael Kestin kenne ich über einen Ideenworkshop. Das Thema Ideenfindung interessierte mich, weil ich schon während meiner Beschäftigung bei der Uni Münster Ideenworkshops moderiert habe. Irgendwie stieß ich auf seine Internetseite und las, dass er Kreativworkshops in Münster organisiert.

Wir tauschten uns aus und er lud mich zu einem seiner Seminare ein. Dort kreierten wir unter Michaels Anleitung aus Abfall und Alltagsgegenständen (Kronkorken, alter Draht, Streichhölzer…) originelle Kunstwerke. Wir hatten viel Spaß beim Gestalten und waren überrascht von unserem Ergebnis. Am Ende fühlten wir uns alle wie Künstler.

Über Facebook blieben wir im Kontakt. Michael Kestin, der nicht nur Künstler, sondern auch Fotograf ist, beschäftigte sich zunehmend mit der Smartphone-Fotografie. Ich verfolgte seinen Weg und staunte über die schönen und originellen Fotos, die man mit einem Smartphone machen kann. Meine Neugierde und mein Interesse wurden immer größer, so dass ich mich mit ihm traf und ihn fragte, ob er nicht Interesse hätte in unserer Nussgalerie auszustellen.

Er überlegte nicht lange und fand für unseren Anhänger 2 passende Plakate.
In einem Interview verriet Michael mehr über seine Arbeit, und wie er dazu kam.

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Was hast du in deinem ersten Leben gemacht, Michael?

Groß geworden bin ich in der Lausitz in Brandenburg. Ich hatte schon immer Freude an Musik und habe diese schließlich zum Beruf gemacht. Als Trompeter verdiente ich zunächst in Berlin mein Geld. Nach der Wende verschlug es mich in den Westen. Dort studierte ich Innenarchitektur. Nebenbei und später hauptberuflich arbeitete ich mich als Quereinsteiger hoch zum Regionalmanager für eine inzwischen sehr große Schmuckfirma. Zunächst war die Arbeit für mich eine spannende Herausforderung, später leider nur noch Routine. In mir wuchs die Sehnsucht etwas zu tun, was mich erfüllt, was Sinn gibt. Ich kündigte vor sechs Jahren und begann ganz neu hier in Münster.

Einfach so, oder hattest du schon eine neue berufliche Perspektive?

Nein, die hatte ich nicht. Ich habe mir Zeit genommen, an etwas Neuem zu arbeiten. Neben meiner Leidenschaft für Musik und gutes Design liebe ich die Fotografie. Immer schon habe ich hinterfragt, was ich fotografiere, was mich anspricht. Ich habe reflektiert, warum ich auf etwas reagiere. Außerdem besitze ich die Gabe, Dinge zu visualisieren und Emotionen zu wecken sowohl im Bild als auch mit Material.

Meine erste Idee, die ich umsetzte war, Bilder und Portraits auf alte Steine oder Holz zu bringen. Dabei entstanden faszinierende Ergebnisse und mit der Zeit immer neue Ideen. Meiner DDR-Vergangenheit verdanke ich mein Talent zur Improvisation. Geht nicht gibt’s nicht, hieß es damals. So entstand der Name Ideenprovokateur. Ich veranstalte Kreativworkshops für Privatpersonen und Unternehmen.

Was genau möchtest du deinen Teilnehmern mit diesen Workshops vermitteln?

Ich eröffne den Teilnehmern einen neuen und frischen Zugang zu Kreativität und helfe ihnen dabei aus den gewohnten Denkmustern auszubrechen, die Dinge dieser Welt aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, um neue Verbindungen zu finden.  In den Workshops möchte ich die nötigen Impulse vermitteln, um außerhalb etablierter Grenzen zu denken.

Und wie kamst du dann zur Fongrafie?

Ich sehe in Bildern und denke in Geschichten. Fotografie ist für mich nicht nur technisch, sondern auch emotional und interpretierend. Wie gesagt, ich fotografierte immer schon gerne, und da die Kameras in Smartphones immer besser werden, fing ich an, damit zu experimentieren. Das Schöne an der Fonografie ist, du hast das Smartphone immer dabei und kannst spontan und schnell Augenblicke einfangen. Die Bildbearbeitung ist auch gleich an Bord. Mit Hilfe von Apps kann ich meine Bilder verfeinern. Und das Beste: die Ergebnisse lassen sich sofort teilen. Inzwischen kannst du ganze Geschichten mit deinen Bildern erzählen. Vor einem Jahr entdeckte ich die Plattform Steller. Dort kann man Bilder kombiniert mit kleinen Filmsequenzen als Geschichte einstellen. Das ist sehr reizvoll und ich freue mich darüber in kürzester Zeit auf eine Fan-Gemeinde von 10.000 Followern gekommen zu sein. Diese Art des Storytellings ist ebenfalls spannend für Unternehmen. Daher biete inzwischen auch Firmen meine Fonografie-Workshops an. Das Thema stößt im Zeitalter von Social Media zunehmend auf Interesse und Begeisterung.

Welchen Mehrwert haben Unternehmen von deinen Workshops?

Unsere Welt wird visuell. Qualitativ hochwertige Bilder, die Geschichten erzählen und weit über dem Durchschnitt der täglichen Bilderflut liegen, sind das neue Gold im Web. Alles andere geht im großen Grundrauschen unter.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Wenn ein Bild Berührung auslöst, wird auch gerne weitergelesen. Menschen emotional zu erreichen, heißt dort bei Ihnen anzukommen, wo die Entscheidungen fallen. Und es heißt auch, ins Gespräch zu kommen. Gute Bilder werden gerne geteilt und kommentiert. Und das ist die wirkliche Währung im Internet: Aufmerksamkeit bekommen, Menschen ins Gespräch holen, im Gespräch bleiben.

Michael, ich danke dir für das Interview. Zum Schluss musst du uns noch Folgendes verraten:

 

Dein Sternzeichen: Fische

Deine Lieblings-Nuss: Haselnuss

Deine Lieblings-Trockenfrucht: getrocknete Dattel

Dein Lebensmotto: Funktion statt Konvention

 

www.michael-kestin.com

www.fonografi.de

www.dreivierelf.de

www.steller.co/fonografi

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