Martin Kreuels betrachtet Trockenfrüchte und Nüsse mal anders

Martin Kreuels Fotograf und Querdenker

Martin Kreuels, 42 Jahre, ist als promovierter Biologe einer von wenigen Spinnenspezialisten. Seit dem Tod seiner Frau im Jahre 2009 verlegte er seinen beruflichen Schwerpunkt auf die Fotografie. Er lebt mit seinen vier Kindern in Münster. Im Sommer 2009 kam er an unseren Stand und kaufte einige unserer Trockenfrüchte und Nüsse, um sie für eine Ausstellung in schwarz-weiß zu fotografieren.  Da uns das Ergebnis so beeindruckt hat, möchten wir Martin Kreuels,  seine Arbeit und seine wunderschönen Fotos im Nussblog und im Shop vorstellen.


Fragen an Martin Kreuels

Lieber Martin wie bist du als leidenschaftlicher Naturwissenschaftler auf die Fotografie gekommen?

Fotografische Wurzeln wurden bereits in meiner Kindheit gelegt, als meine Eltern mir zu einem Weihnachtsfest eine kleine analoge Kamera von Minolta schenkten. In der Dunkelkammer meines Onkels durfte ich nach Herzenslust experimentieren. Als Naturliebhaber fotografierte ich zunächst Pflanzen, Tiere und Landschaften.

2004 sprach mich der französischen Künstler Jean-Luc Bruniaux an. Er erstellt Bilder, Gewänder, Plastiken, Graphiken mit Spinnennetzen. In Zusammenarbeit mit dem NABU konzipierten wir eine Wanderausstellung. Ziel war es Kunst und Wissenschaft miteinander zu verbinden. Jean-Luc Bruniaux stellt mittlerweile in namhaften Galerien (z.B. Talbot) in Paris aus.

2007 habe ich meine fotografische Leidenschaft wieder entdeckt. Meine Frau wurde nach der Geburt unseres vierten Kindes schwer krank und ich brauchte die Fotografie als persönlichen Ausgleich. Meine Frau unterstützte diese zeitaufwändige Arbeit, trotz ihrer Krankheit, immer und ermutigte mich auch zur ersten Ausstellung am 14./15.11.2009. Leider hat sie meine Ausstellung nur um 2 Tage überlebt.

Der Bereich Fotografie nimmt in meinem Unternehmen AraDet und in meinem Leben einen zunehmend größeren Bereich ein. Ich sehe es als Vermächtnis meiner Frau an, dieses Thema für mich ernsthaft weiter zu entwickeln. Vielleicht hat sie mehr darin gesehen, als mir anfangs klar war.

Dein Stil hat sich im Laufe der Jahre geändert. Du fotografierst heute in schwarz-weiß. Warum?

Schwarz-weiß ist ausdrucksvoller. Man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Was sind heute deine Hauptthemen?

Zwei Tage nach meiner ersten Ausstellung starb meine Frau. In meinem Leben drehte sich alles. Ich hatte das Gefühl ich muss mich verändern, etwas Neues wagen. Meine Frau legte den Grundstein für diese Entscheidung. Ich investierte in eine professionelle Fotoausrüstung und vertiefte mich in die Fotografie.

Pflanzen sind nach wie vor mein Thema. Heute versuche ich jedoch bewusst Dinge aus einem anderen Blickwinkel einzufangen. Hinzu kam durch meine Trauer die Verstorbenen-Fotografie. Ich wollte das Vergängliche festhalten, Grenzthemen aufgreifen, an der Grenze zwischen Leben und Tod arbeiten.

Verstorbene zu fotografieren, das ist schon ungewöhnlich?
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das jemand will.

Als meine Frau starb, nahm mein damals sechsjähriger Sohn einfach die Kamera zur Hand und fotografierte seine tote Mutter. Das war eine Art Trauerbewältigung. Auch heute haben meine vier Kinder (3, 7, 9, 12 Jahre alt) stets Zugriff auf alle Bilder. Meistens greifen sie zuerst auf die Post-mortem-Aufnahmen.

Die Post-mortem-Fotografie hat übrigens eine lange Tradition. Früher wurden Totenmasken von Verstorbenen angefertigt und wie selbstverständlich auf Familienfotos abgebildet. Es war auch gang und gäbe, Fotografien von Toten mit sich zu tragen. Diese Tradition ging erst durch den Krieg verloren, da die Menschen der Beschäftigung mit dem Thema Tod überdrüssig wurden.

Kandierte Kumquats aus einer ungewöhnlichen Perspektive

Kandierte Kumquats aus der Sicht eines Querdenkers


Und wie kamst du dann auf unsere Trockenfrüchte und Nüsse?

Ich suchte Motive für meine zweite Ausstellung „Andere Welten“. Es sollte etwas ganz Schräges sein. Da kamen mir eure Trockenfrüchte und Nüsse in den Sinn. Die waren spannend, hatten originelle Formen und interessante Strukturen. Nachdem ich die erste Charge fotografiert und aufgegessen hatte, merkte ich, dass sie nicht das geworden sind, was ich erwartet habe. Also bin ich ein zweites Mal zu eurem Stand und habe mich mit Trockenfrüchten und Nüssen eingedeckt. Insgesamt gingen 2000 Bilder drauf für 5 schöne Aufnahmen. Schließlich haben Trockenfrüchte und Nüsse ihren ganz eigenen Charakter und sind nicht leicht in Szene zu setzen. Außerdem habe ich sie ohne Blitz fotografiert.


Ich danke dir ganz herzlich für dieses Interview und wünsche dir viel Glück und Erfolg mit deiner Fotografie.

Wer Interesse hat, kann im Shop Martin Kreuels eindrucksvolle Bilder betrachten und seine Assoziationen dazu lesen.

Dr. Martin Kreuels, AraDet, Alexander-Hammer-Weg 9, 48161 Münster, Tel.: 02533-933545, Mobil: 0171-5075943, Mail: kreuels@aradet.de, www.fotografie-kreuels.de

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