Jalalledins Neuanfang in Westfalen

Jalalls erste Erkundungen durchs Münsterland, natürlich per Fahrrad über Mönsterländer Pättkes

Heute, genau vor 30 Jahren, kam Jalalledin nach Westfalen. Von Paris aus (dort hatten wir uns kennengelernt) hatte er sich Anfang 1981 um einen Studienplatz in Münster beworben.

Ich bekam Ende Februar einen Brief, er müsse sich vier Tage später einschreiben. Oh je, so mein erster Gedanke, wird er das so schnell schaffen? Bekommt er so schnell ein Visum? Hoffentlich erreiche ich ihn bald .

Heute wäre das kein Problem, im Zeitalter des Internets, aber 1981 war nicht mal ein Telefon selbstverständlich. Und Jalalledin hatte kein Telefon. So schickte ich ihm ein Telegramm, in der Hoffnung, er sei zu Hause. Er war es, Gott sein Dank. Kurzfristig beantragte er ein Visum für Deutschland. Eine Woche später, am 6. März 1981, brach Jalalledin seine Zelte in Paris ab, verließ seine Schwester und kam mit einem Koffer nach Münster, um hier ein neues Leben in einer neuen Welt zu beginnen.

Glücklicherweise konnte ich den Einschreibetermin verschieben. Gleich am ersten Tag besuchte er den bereits begonnenen Sprachkurs an der Universität Münster.

Die ersten Monate verbrachte Jalall auf einem westfälischen Bauernhof bei einer netten westfälischen Familie. Auch, wenn er zum westfälischen Humor erst allmählich Zugang fand, so gewöhnte er sich bald an das Leben hier.

5 Gedanken zu „Jalalledins Neuanfang in Westfalen“

  • Isabel Lipthay

    Eine sehr schöne reale Geschichte, liebe Dorothee und Jallal! Wenn ich Spanisch unterrichte, sage ich immer: ihr habt glück, Deutsch als Muttersprache zu haben. Ihr braucht die Deklinationen nicht zu lernen. Wofür sind sie eigendlich da? Für mich bleibt immer noch ein Rätsel...

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    • admin

      Liebe Isabel, ich gebe dir Recht. Wir Deutschen sind manchmal zu genau und machen das Leben damit kompliziert. Ich erinnere mich daran, wie Jalall sich mit den Deklinationen abgequält hat und habe seitdem einen anderen Blick auf unsere Sprache. Sicher sagt die Sprache auch viel über ihr Volk aus.

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  • Andrea Winkel
    Andrea Winkel 8. März 2011 um 7:18

    Liebe Dorothee,
    die schönsten Geschichten schreibt das Leben! Zu was man alles im Stande ist, wenn man einen Menschen hat (und später auch mehrere!),
    die man liebt. Seid lieb gegrüßt von Andrea

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  • Gerlinde

    Liebe Dorothee, lieber Jalall,
    ja, ich erinnere mich sehr gut und vor allem sehr gern an die von euch beschriebene Zeit des Anfanges hier in Westfalen. Toll, dass ihr alles mit so viel Elan geschafft habt. Es spricht für euch, dass ihr so manche "Unwegbarkeit" über das westfälische Kopfsteinpflaster so bravorös
    gemeistert habt. Weiter so - auf die nächsten 30 Jahre!
    Liebe Grüße
    Gerlinde

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