Ernährung nach den 5 Elementen - Teil 2

Die „thermische Wirkung“ unserer Nahrungsmittel – von heißen Chilischoten und kalten Wassermelonen oder: Jeder Mensch is(s)t anders!

Wir alle sind daran gewöhnt, Nahrungsmittel nach ihrem Nährstoffgehalt zu beurteilen. Wir möchten wissen, welches Obst den höchsten Gehalt an Vitamin C hat (davon essen wir dann in der Erkältungszeit im Winter besonders viel),  welches Fleisch am wenigsten Fett enthält (schließlich haben wir immer wieder gehört, dass Fett „böse“ ist) und wie viele Kalorien der leckere Joghurt hat, den wir mittags gerne zum Nachtisch essen.

Unsere Sichtweise von Ernährung wird häufig geprägt von der sog. Nahrungsmittelpyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die uns den Eindruck vermittelt, dass es eine einzige Ernährungsform gibt, die für alle Menschen in gleichem Maße empfehlenswert ist.

Die ganzheitliche Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vertritt eine erweiterte Sichtweise, die ich gerne unter dem Motto „Jeder Mensch is(s)t anders!“ zusammenfasse. Sie bereichert unsere westliche, rein nährstoffbezogene Sicht von Nahrungsmitteln nämlich um eine weitere Dimension: die „thermische Wirkung“.

Was auf den ersten Blick sehr abstrakt klingen mag, ist aber für viele Menschen anhand des folgenden Beispiels leicht nachvollziehbar:

Beißen Sie mal in eine Chilischote, trinken Sie ein Glas Rotwein, essen Sie Lammfleisch mit Rosmarin oder kochen Sie sich einen heißen Ingwertee – wie fühlen Sie sich danach? Bei den meisten Menschen stellt sich bei der Vorstellung daran schon ein wohliges Wärmegefühl ein, denn all diese Nahrungsmitteln haben eines gemeinsam: Sie haben eine erwärmende oder sogar erhitzende Wirkung auf unseren Organismus (nach einem scharfen Essen schwitzen wir häufig stark).

Nun beißen Sie als Gegen-Test mal in eine Wassermelone oder in eine Salatgurke, essen Sie einen Joghurt oder trinken Sie ein Glas Orangensaft – welche Wirkung wird dadurch in Ihrem Körper erzeugt? Die meisten Menschen antworten, dass diese Nahrungsmittel eine erfrischende, kühlende Wirkung bei Ihnen auslösen.

Es gibt also „wärmende“ und „kühlende“ Nahrungsmittel, dies ist eine der Grundannahmen der TCM.

Und nun stellen Sie sich einmal vor, Sie kennen eine Frau, die ständig unter kalten Händen und Füßen leidet, häufig er-kälte-t ist und stark friert – was würden Sie dieser Dame raten?

Also, ich würde ihr (insbesondere in der kalten Jahreszeit) empfehlen, häufiger gekochte Speisen mit wärmenden Gewürzen zu sich zu nehmen, beispielsweise eine lange gekochte Rinderkraftbrühe mit reichlich Wurzelgemüse, Lauch, Lorbeer, Ingwer und Wacholder.

Und ihrem Mann, der regelmäßig unter Nachtschweiß leidet, oft einen roten Kopf hat und auch im Winter hemdsärmelig durch die Gegend läuft, würde ich empfehlen, das scharf angebratene Pfeffer-Steak mal hin und wieder gegen den Salat-Teller seiner Frau einzutauschen - das würde sein Mütchen kühlen und er könnte nachts besser schlafen. „Tellertausch“ lautet da also die Devise!

Vielleicht haben Sie sich in dem Beispiel ja bereits wiedererkannt und können nun besser nachvollziehen, was  die Chinesen mit „kalten“ und „warmen“ Nahrungsmitteln meinen.

Oft haben wir ein natürliches Bauchgefühl für die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln, lassen uns jedoch durch ständig wechselnde ernährungswissenschaftlichen Aussagen oder große Überschriften in populären Frauen-Magazinen verwirren und denken, „die anderen müssten es ja besser wissen“. Das stimmt aber nicht, weil die anderen nicht in Ihrem Körper stecken!

Wenn Sie also häufig frieren, sollten Sie die Rohkostmahlzeiten und das Mineralwasser mal öfter gegen eine selbst gekochte Suppe oder einen würzigen Eintopf eintauschen. Ich verspreche Ihnen, dass sie sich spürbar wohler und wärmer damit fühlen werden!

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Beispiele für Trockenfrüchte, die eine wärmende Wirkung haben: Ingwer, Feige, Aprikose, Rosine, Dattel, Apfelringe, Pflaumen

Beispiele für Trockenfrüchte, die eine kühlende Wirkung haben: Berberitze, Kiwi, Physalis, Cranberry, Sauerkirschen

Demnächst folgen von Sabine Vaaßen (www.bauchgefuehlt.de):      

Teil 3: Das Stärken der Mitte: Wie Sie durch die Pflege Ihres Verdauungs-Feuers dauerhaft Gewicht reduzieren

bereits erschienen:

5-Elemente-Ernährung - auch für die Westfalen!?

5-Elemente-Ernährung-im-Überblick - Die ältesten und natürlichsten Geschmacksverstärker der Welt!

 

 

 

 

 

 

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