Ein Markttag mit Jalall D'or

Bevor Jalalledin und ich uns selbstständig machten, waren wir begeisterte und regelmäßige Marktkunden. Zwei Mal die Woche fuhren wir mit der Leetze und unserem Fahrradanhänger zum Wochenmarkt und deckten uns mit Obst, Gemüse und Käse ein. Mittwochs und samstags schmücken 150 Stände den Domplatz. Es gibt einen Käsegang, einen Brotgang und einen Fleischgang und viele wunderschöne Blumenstände. Alles hat seine Ordnung. Damals machten wir uns keine Gedanken darüber, wie diese Ordnung so früh am Morgen zustande kommt und welche Arbeit hinter dem Marktaufbau steckt.

Heute wollen wir allen Nuss- und Marktfreunden einen Einblick in unseren Marktalltag gewähren.

Jalalledin und ich haben uns die Arbeit aufgeteilt. Jalalledin ist für die Organisation des Marktes zuständig und ich für den Onlineshop. Wenn eine der Mitarbeiterinnen oder Jalall krank wird, muss ich einspringen. Ich bin ehrlich gesagt ganz froh darüber, dass das nicht all zu oft geschieht, denn das frühe Aufstehen fällt mir nicht sehr leicht. Jalall hingegen liebt die Ruhe in den frühen Morgenstunden und genießt bei klarer Sicht den Sternenhimmel. Der Blick in die Sterne erinnert ihn an seiner Heimat. Bei heißem Wetter schlief die Familie auf dem Flachdach in Teheran. Dort beobachteten er und seine Geschwister die Sterne und zählten die Sternschnuppen.

Wenn um 2.45 h am Mittwoch und Samstag der Wecker klingelt, fällt es Jalall nicht all zu schwer auf zu stehen. Nachdem er sich Tee gekocht hat, macht er sich auf den Weg zu unserem Lager in Nienberge. Dort kuppelt er den ersten Anhänger an und fährt gen Markt. Der Aufbau ist streng geplant, bei 150 Ständen unumgänglich. Also muss jeder auf die Minute genau an seinem Platz stehen. Jalall kommt um 3.45 h auf dem Domplatz an. Die ersten Male unserer Marktkarriere haben wir Blut und Wasser geschwitzt - ich gestehe ich schwitze immer noch ;) - aber Jalalledin ist inzwischen routiniert. Sobald der erste Anhänger steht, gehts wieder zurück zum Lager. Bis Anhänger Nr. 2 steht, ist es 5:00 h. Die Kollegen helfen sich gegenseitig, die Verkaufswagen einzuweisen oder mit anzuschieben.

Nun müssen bis 7 h die beiden Stände aufgebaut werden:  Strom anschließen, Kartons herunterpacken, Tische aufstellen, Tüten auspacken, Preisschilder verteilen - die Zeit vergeht im Nu.

Die Domuhr schlägt 7. Die ersten Kunden treffen mittwochs schon vor ihrer Arbeit ein und decken sich mit dem nötigen Kraftfutter in Form von Nüssen und Studentenfutter ein. Am Samstag verabreden sich Freunde schon gegen 7 h am Kaffeestand um gemeinsam zu frühstücken. Sie genießen die schöne Atmosphäre am frühen Morgen.

Um kurz vor 7 h kommt auch die erste Verstärkung und bereitet den 2. Anhänger für den Verkauf vor. Nun hat Jalall Zeit zu frühstücken. Im Laufe des Morgens kommen dann noch 2-3 Mitarbeiterinnen oder unsere Kinder, um uns zu unterstützen. Jalall genießt die Markttage. Er liebt den Austausch mit den Kollegen und unseren Kunden. Wir haben inzwischen viele treue Stammkunden und so gibt es immer ein nettes Schwätchen am Stand. O-Ton Jalall: Markt ist wie Urlaub :)

Wenn das Wetter schön ist, vergeht die Zeit sehr schnell. Im Winter sind die Tage oft sehr lang und die Kälte dringt in alle Poren. Ohne warme Schuhe ist man dann aufgeschmissen.

Der Markt endet um 14:30 h. Eine Stunde dauert der Abbau. Bis Jalalledin beide Anhänger in unser Lager zurückgebracht hat, ist es 17:00 h. Dort muss er noch den Wagen auspacken und etwas aufräumen. Um 18:00 h ist er dann endlich zu Hause und freut sich darüber, seine Beine hoch zu legen :)

Am Donnerstag und Montag werden die beiden Anhänger im Lager geputzt und nachgepackt. Jalalledin bestellt neue Ware, macht Mischungen...

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