Berberitzen - kleine Früchtchen mit großer Wirkung?!

Getrocknete Berberitzen sind unscheinbar aber haben es in sich

Habe kürzlich beim Regale ausmisten ein Buch über das Heilwissen der Indianer wieder gefunden. Beim Durchblättern entdeckte ich Interessantes. Indianer benutzten Berberitzen, Cranberries oder Blaubeeren als Heilmittel. Spannend. So haben diese kleinen unscheinbaren Früchtchen anscheinend eine ganz schöne Power.

Die Berberitze kenne ich bereits seit langem aus der persischen Küche.  Die Perser essen Berberitzen auf Reis, Berberitzen mit Fleisch und Rosinen oder Walnüssen kombiniert. Das sind Gerichte, die unsere Gäste lieben, denn Jalalledin ist ein sehr guter Koch :) und er weiß die roten Beeren gut in Szene zu setzen. Getrocknete Berberitzen schmecken ziemlich säuerlich und geben den Gerichten eine angenehm spritzige Note.

Auch in unseren Breiten sagte man der Berberitze Heilwirkung nach. So soll sie auch bei Fieber eingesetzt worden sein. In den getrockneten Früchten steckt oft oft noch eine Menge an Vitamin C, weil sie schonend in der Sonne getrocknet werden.

Berberitzen als Medizin für die Indianer

Die Indianer Nordamerikas sprachen der Berberitze eine heilende Wirkung zu. Sie haben die purpurroten Trockenfrüchte vielfältig eingesetzt. Besonders in Kalifornien galten Berberitzen in Form einer Art kalt zubereiteter Marmelade als Heilmittel gegen Skorbut, aber auch als Antiseptikum bei der inneren und äußeren Wundbehandlung. Die Kwakiutle sprachen einer warmen konzentrierten Wasserlösung Heileffekte gegen Leber-, Nieren-, und Blasenentzündung zu. Längere regelmäßige  tägliche Gaben sollen sogar Diabetes nicht nur vermindert, sondern sogar geheilt haben. Die Catawbas kochten Wurzelrinde, Stengel und die getrockneten Früchte zusammen und gaben den konzentrierten Tee als Heilmittel gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, aber auch gegen chronische Bronchitis, Angina und Erkältungen aller Art. Besonders gegen rheumatische Beschwerden, die unter Trappern und Mountain-Men häufig vorkamen, wurde die Berberitze eingesetzt. Die Cherokees heilten mit Berberitzen-Präparaten nachhaltig schwere Hepatitiserkrankungen weißer Gastsiedler in ihrer Nation. Die starke blutstillende Wirkung wurde von den Sioux, Cheyennes und Arapahoes erfolgreich bei Cholera und Typhus eingesetzt. Die Irokesen gaben Gebärenden unmittelbar nach der Geburt große Mengen Tee, um Blutungen zu stillen, die innere Muskulatur zu entspannen und die Nachgeburt zu beschleunigen.

Zahlreiche Präriestämme reicherten ihre Pemmikan-Zubereitungen mit getrockneten Berberitzen, Cranberries und Blaubeeren an. Es liegen Berichte von Truppeneinheiten vor, die solche Pemmikan-Vorräte  erbeuteten und den ganzen Winter lang aßen und im Gegensatz zu früheren Wintern und anderen Armee-Einheiten keine der typischen Wintererkrankungen erlitten. Ehrgeizige Truppenfeldschere und Offiziere führten in ihren Berichten dieses erstaunliche Phänomen auf ihre eigenen Verdienste zurück, um sich Karrierevorteile zu sichern. Auf diese Weise blieb die wirklich Ursache verborgen. Erst Jahre später gelang  es einem Truppenarzt nachzuweisen, dass die indianische Pemmikan-Berberitzen-Zubereitung diesen gesunden Winter herbeigeführt hat. (aus Stammel, H.-J. (1986): Das Heilwissen der Indianer)

Schon beeindruckend, was die Natur so bietet und was unsere Vorfahren für ein Wissen hatten. Damals gab es schließlich noch keine Forschungslabore. Schön zu wissen, dass diese kleinen sauren Trockenfrüchte zumindest den Indianern gute Dienste geleistet haben.

         

Ich selber experimentiere gerne mit Berberitzen. Ich gebe sie in frische Salate, in Kräuteromletts oder zu Fleischgerichten. Selbst Omas Kartoffelsalat muss dran glauben ;)

Kürzlich wanderten ein paar getrocknete Berberitzen in meinen winterlichen Endiviensalat

Endiviensalat mit Berberitzen

Endiviensalat mit Chicoree

oder im Spitzkohl-Gemüse gemeinsam mit Löwenzahn und Giersch aus dem eigenen Garten

Spitzkohl mit getrockneten Berberitzen auf Dinkelnudeln

Spitzkohl mit Berberitzen & Wildkräutern auf Dinkelspirelli mit gehackten Pistazienkernen

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