Bedeutung von Nüssen

Nüsse in der Ernährung

Nüsse in der Ernährung

In den letzten Jahren haben mehrere epidemiologische Studien ein abnehmendes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei zunehmendem Verzehr von Nüssen gezeigt. Wie aus klinischen Studien hervorgeht, beruht diese Wirkung teilweise oder vollständig auf einer durch den Nussverzehr bewirkten Senkung des Gesamtcholesterin- und des LDL-Cholesterinspiegels im Blut. Welche Inhaltstoffe der Nüsse für diese Wirkung verantwortlich sind, ist noch unklar, obwohl vieles dafür spricht, dass vor allem das günstige Fettsäureprofil der Nussfette eine Rolle spielt (relativ hoher Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren).
Diese Untersuchungen sind vor allem in USA durchgeführt worden und haben dort bei Ernährungswissenschaftlern und –beratern einen starken Wandel in der Bewertung des Verzehrs von Nüssen bewirkt. Die früher eher negative Sicht („Kalorienbomben“) ist der eindeutigen Befürwortung eines höheren Verzehrs gewichen. In Europa ist dieser Wandel noch wenig zur Kenntnis genommen worden. Es werden Vorschläge zur Änderung dieser Situation gemacht.

Ernährungswissenschaftliche Fachgesellschaften der westlichen Industrieländer empfehlen den Verbrauchern einen hohen Verzehr von Obst und Gemüse, da große epidemologische Studien für Bevölkerungsgruppen mit einer solchen Ernährungsweise geringere Risiken Herz-Kreislauf- und bestimmte Krebs-Erkrankungen zu entwickeln aufzeigen. Die von der Deutschen Krebsgesellschaft, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und weiteren Organisationen getragene „5-am-Tag“ Kampagne empfiehlt den Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung unterstützt diese Kampagne und das Institut für Ernährungsphysiologie ist an der wissenschaftlichen Konzeption der Aktion beteiligt.

Nüsse zählen zwar zum Obst („Schalenobst“), werden jedoch in Ernährungs-empfehlungen meist nicht erwähnt oder wegen ihres hohen Fett- und damit Energiegehalts zu Unrecht eher abwertend beurteilt. Detaillierte Untersuchungen zu den besonderen Fettsäuremustern oder den sekundären Pflanzenstoffen in Nüssen wurden jedoch erst in den letzten Jahren durchgeführt. Neuere Studien haben überzeugende Hinweise auf eine Verminderung des Herzinfarktrisikos bei Verbrauchergruppen mit erhöhtem Nussverzehr geliefert.

Moderater bis hoher Nussverzehr hat keinen Einfluss auf das Körpergewicht, unabhängig davon ob Nüsse im Austausch für andere Lebensmittel oder zusätzlich zur üblichen Ernährung verzehrt werden. Er kann jedoch zur Verbesserung des Glukosestoffwechsels bei Patienten mit Metabolischem Syndrom beitragen. Die bisher publizierten Studien zeigen weiterhin, dass eine nussreiche Ernährung sowohl das Risiko für Typ 2 Diabetes als auch die Risikofaktoren diabetischer Sekundärkomplikationen senken kann. Nüsse senken das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, möglicherweise dadurch indem sie den kardiovaskulären Risikofaktor Cholesterin im Blut senken. Es spricht vieles dafür, dass vor allem das günstige Fettsäureprofil der Nüsse mit einem relativ hohen Gehalt an einfach-ungesättigten Fettsäuren hierbei eine wesentliche Rolle spielt. Welche anderen Inhaltsstoffe das Potential zur Senkung des Risikos für Herzkreislauferkrankungen haben, ist Gegenstand der Forschung. Ferner gibt es Hinweise, dass ein erhöhter Nusskonsum z.B. auch chronisch-inflammatorische Mechanismen beeinflussen kann. Auch die Entstehung einiger Krebsarten kann durch den Verzehr von Nüssen reduziert werden. Eine abschließende Bewertung hierzu ist aufgrund der unvollständigen Datenlage zurzeit jedoch nicht möglich.

aus:

Nüsse in der Ernährung

PD Dr. med. Achim Bub und M.Sc. Berenike A. Stracke

NUCIS e.V.

Deutschland

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