Bärlauch - Heilkraut und wunderbare Kochzutat

Bärlauch Bärlauch

Mein erste Begegnung mit Bärlauch war ziemlich eindrucksvoll. Ich war Anfang 20 und studierte Landschaftsökologie. Ziel einer unserer Exkursionen waren Bärlauch-Buchenwälder im Teutoburger Wald. Als wir den wunderschönen Hallenwald in der Nähe von  Bad Iburg betraten, erfüllte ein intensiver Knoblauchgeruch die Luft. Vor uns breitete sich ein Teppich aus weißen Blüten aus. Wir waren alle tief beeindruckt und konnten nicht genug bekommen von diesem betörenden Duft. Damals waren Rezepte mit Bärlauch noch nicht so verbreitet wie heute und man konnte ihn höchstens vereinzelt und in kleinen Mengen auf Märkten kaufen. Daher war dieser Moment für uns ein besonderes Erlebnis, und immer wenn ich Bärlauch verarbeite und der Duft in meine Nase steigt, erinnere ich mich an diese Exkursion.

In Deutschland findet man Bärlauch im Süden wesentlich häufiger als im Norden, wo er in einigen Bereichen bereits auf der Roten Liste der gefärdeten Pflanzen steht. Er bevorzugt mäßig feuchte bis feuchte, kalkreiche Böden in Beckenlagen und die Auenbereiche größerer Flüsse. Besonders häufig tritt er in Bärlauch-Buchenwäldern (Kalkbuchenwäldern) auf und ist in seiner natürlichen Verbreitung an ozeanische Klimate oder geschützte Standorte gebunden. In solchen Waldgesellschaften bedecken die Blätter des Bärlauches im zeitigen Frühjahr den gesamten Waldboden. Der Bärlauch kommt in Mitteleuropa zwar nur zerstreut vor, bildet aber häufig Massenvorkommen.

Bär-Lauch enthält, ähnlich dem Knoblauch, Lauchöl, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructosane und viel Vitamin C. Frischer Bärlauch ist ein wunderbares Gewürz für Pestos, Salate oder Suppen. Besonders lecker schmeckt er auch roh auf Brot oder auf Käse und natürlich im Kräuterquark.

Als Heilpflanze hat Bärlauch ähnliche Eigenschaften wie Knoblauch. Er wirkt blutreinigend, krampflösend und blutdrucksenkend. Der Frühjahrsblüher soll bei Magen- und Darmstörungen helfen, bei  Hautausschlägen, Bronchialkatarrhen sowie bei Darminfektionen. Auch bei Bluthochdruck und Arterienverkalkung wird er empfohlen.

Tipps zum Sammeln von Bärlauch:

 

  • Bärlauch sieht dem giftigen Maiglöckchen und – insbesondere vor seiner Blüte – der ebenso giftigen Herbstzeitlosen sehr ähnlich. Daher ist beim Sammeln im Frühjahr vorsicht geboten. Wer unsicher ist, sollte einfach ein Blatt zerreiben. Riecht es nach Knoblauch, dann ist es Bärlauch. Riecht es nach nichts, dann Finger weg! Denn die Gefahr einer Vergiftung durch Herbstzeitlose oder Maiglöckchen ist zu groß.
  • Sammeln Sie nur so viele Blätter wie Sie für eine Mahlzeit benötigen. Damit sich die Pflanze weiterentwickeln kann, sollten Sie pro Pflanze nur 1 Blatt ernten, am besten unten vom Stiel.
  • Das Sammeln von Pflanzen in Naturschutzgebieten ist generell verboten.
  • Vor der Blütezeit schmeckt Bärlauch am besten.

 Probieren Sie auch mal das leckere Bärlauchpesto von unserer Gourmetköchin Lisa Thormann

 

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